Schlanker Staat oder Nanny-Government - Lieber Wettermacher statt Fahne im Wind - oder wieviel Staat verträgt die Wirtschaft?

posted 18 Nov 2013, 05:29 by Unknown user   [ updated 28 Aug 2016, 00:36 by Christoph von Gamm ]

"Demokratie ist auch dann, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über das Abendessen abstimmen"


Der Staat muss sich darum kümmern, es den Bürgern, Steuerzahlern und angesiedelten Unternehmen bequem zu machen. Nanny-Regierungen braucht jedoch keiner, denn das erstickt Innovation - so Dr. Christoph v. Gamm in einer Diskussion mit Christoph Blocher, Monika Ribar, Marianne Fassbind und Dr. Christoph Frei an der Hochschule St. Gallen.

Zürich, 21.11. 2013 - Vor kurzem war ich zu Gast bei einer Podiumsdiksussion an der Hochschule St. Gallen, zusammen mit Ex-Bundesrat und Nationalrat Christoph Blocher; Frau Monika Ribar, Verwaltungsrätin bei Swiss International Airlines; Dr. Christoph Frei Professor für Ideengeschichte und Internationale Beziehungen an der HSG und moderiert von der Wirtschaftsredaktorin Frau Marianne Fassbind -  anlässlich der dort stattgefundenen Consulting Days. 

So man auch meinen mag, dass ich mit wirtschaftsliberalen Menschen auf gleicher Wellenlänge stehen würde, so unterschiedlich sind doch die Ansichten, was die wirklich grossen Aufgaben des Staates sind. Wichtig ist, dass sich der Staat auf die Kernaufgaben besinnt und diese gut macht, im Sinne eines schlanken Staats. Wie man dazu hinkommt, steht hier. 

(c) 2013 stuermerfoto.ch
Hier meine Essenz: 

1. Der Staat muss sich darum kümmern,  es den Bürgern, Steuerzahlern und angesiedelten Unternehmen bequem zu machen - jedoch: bequem heisst es nicht jedem es recht machen zu wollen, sondern Leitplanken zu setzen. Jedoch: Momentan hängt der Staat - wie in der Bankenfrage - seine Fahne nach dem Wind - er hat sich aber darum zu kümmern, das Wetter zu ändern. 

2. Letztendlich fehlen momentan der Politik die grossen Aufgaben in der Schweiz. Gute Aufgaben wären Infrastrukturprojekte für die Zukunft oder Bildung, Beispiele: Ein sechsspuriger Autobahntunnel durch den Gotthard oder auch "Unmögliches", wie zum Beispiel eine Golden Gate Bridge über den Zürichsee von Horgen nach Meilen, in jedem Fall aber Fokus auf das Grosse. 

3. Zur Bildung: Es gibt in der Schweiz die ETH, die EPFL und die HSG- und dann kommt leider nicht so viel danach - Und das muss anders werden: Damit der Standort Schweiz wächst und mit den zukünftigen intellektuellen Zentren der Welt wie Singapur oder Shanghai mithalten kann, braucht es eher fünf ETHs und drei HSGs und nicht den Fokus auf lokale FHs. Gleichzeitig muss die Breitenwirkung höherer Bildung verstärkt werden. Die Tendenz mancher heimattümelden Politiker zu propagieren, dass schlaue, hochqualifizierte Menschen nicht in die Schweiz dürften, damit es keine Konkurrenz für ihre Wähler mit schlechteren Qualifikationen gäbe, ist schädlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz und damit letztendlich auch für alle. 

4. Es gibt die Tendenz zum Nanny - Staat, es wird alles mögliche Kleingeistige reguliert, so dass jetzt plötzlich Jugendliche unter 16 nicht mehr nach 22 Uhr in manchen Gemeinden auf die Strasse dürfen. Politker haben leider oft inzwischen nichts besseres zu tun als puren Populismus zu verbreiten. Man kennt das leider auch im Geschäft mit politisierenden Menschen - in vielen Geschäftsleitungen wird sich mit Parkplatzproblemen befasst, aber die Entlassung z.B. eines Geschäftsleitungsmitglieds wird sehr schnell traktandiert.

5. Die Staatsquote ist zu hoch - selbst bei Ludwig XIV in Frankreich hat die Staatsquote gerade einmal  14% betragen, jetzt ist sie über 50%, in der Schweiz bei 35%, ohne Krankenversicherungen, und die sind ansich ja so gut wie staatlich, inzwischen. Die Umverteilung ist zu gross geworden. 
(c) Stürmerfoto

6. Es ist wichtig, dass es eine Lohnungleichheit gibt - denn die gibt einen Anreiz für den einzelnen, etwas zu ändern oder etwas zu werden. Ein Staatsinterventionismus wie durch 1:12 eventuell vorgeschrieben ist nicht förderlich.  Wichtig ist, aus dem Neidkomplex herauszukommen, denn es macht keinen Sinn zu denken, dass alle weniger verdienen sollen als man selbst, auch wenn man selbst nichts oder nur wenig leistet.

7. Aus der Erfahrung im Outsourcing muss man sagen, dass man zwar zuerst z.B. in Mumbai, Bratislava und Krakau neue Jobs schafft - jedoch gibt man denjenigen, die sich nicht weiterentwickelt haben, die Chance etwas Neues zu machen. Und das Neue kann dann hochwertiger und besser sein. Auch wenn die Umstellung natürlich zwischendurch schmerzhaft ist.

8. Man sollte nie vergessen, dass Demokratie nicht den Rechtsstaat aushebeln darf. Denn wenn der Rechtsstaat (res publica) weg ist, kann die Diktatur des Pöbels überhand nehmen. Denn Demokratie herrscht auch dann, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über das Abendessen abstimmen. Auch das ist direkte Demokratie!

9. Der Staat soll etwas wagen und das Wetter machen. Und insbesondere junge Studenten sollten auch Risiko annehmen und nicht den einfachen Weg des Weicheis nehmen. 

Risiko ist die Währung der Götter. Mein Appell an die anwesenden Studenten: Nehmen Sie Risiko auf sich, wagen Sie etwas, dann sind die Götter mit Ihnen!

Der schlanke Staat ist eines der Kernthemen des vonGammCom Global Institute for Change. Letztendlich kann man nur dann auf die Kernaufgaben besinnen, wenn man von Randthemen befreit ist. 






Zum Weiterlesen: 


http://www.amazon.de/Null-Bock-Komplott-Weicheier-Karriere/dp/3990010581/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1384781165&sr=8-1&keywords=null+bock+komplottZum Weiterlesen: Gerald Hörhan: "Das Null Bock Komplott, Warum immer Weicheier Karriere machen und wie ihr es trotzdem schafft." 

Gesetze, Benimm-Terror, Überwachung und davon immer mehr: Unser politisches und ökonomisches System nimmt Menschen mit eigenen Visionen Raum und Motivation. Es spült Systemerhalter nach oben, die keine Verantwortung mehr übernehmen, verwalten statt gestalten und damit die Volkswirtschaft ruinieren. Wer mehr will, kann es trotzdem schaffen. Er muss nur anders denken, als das System es verlangt. Hörhan gibt eine Anleitung für den inneren Widerstand gegen Kontrollstaat und Gleichmacherei, indem er zeigt, wie erfolgreiche Menschen ticken.




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