"Digital Natives" und die Digitale Transformation: Egal wie - die persönlichen Werte zählen am meisten.

posted 26 Aug 2013, 06:42 by Unknown user   [ updated 28 Jan 2017, 09:46 by Christoph von Gamm ]

Vorbemerkung:


Wir werden hier einige Essays und Gedanken von Autoren veröffentlichen, die sich rund um den Themenkomplex, den vonGammCom Global behandelt eine Meinung gebildet haben. Themen im Vordergund sind. Digitale Transformation, Veränderungen, Werte, das Finden der richtigen Menschen und das Einschlagen des richtigen Weges. Diese Essays und Gedanken sind dadurch für vonGammCom Global von besonderem Wert.


Zum Start der Reihe schreibt Thomas Z d y c h einen Beitrag zur Digitalen Transformation - aus der Sicht eines jungen Digital Natives. Thomas - bei vonGammCom Global unter anderem für Schönheit und Anmut unseres Webauftritts zuständig -  wurde Mitte der 90er Jahre in München geboren,  ist also in die Hermeneutik des Internet zu 100% hineingewachsen. Für Thomas sind WLAN und 3G Mobile das Natürlichste auf der Welt, Akustikkoppler, Modems kennt er nur aus den Horrorerzählungen der Altvorderen.


Die Sicht, wie ein Digital Native, der seit 2009 bei Facebook ist, ein iPhone benutzt, lieber chattet statt telefoniert und sein Leben sehr stark rund um internet-basierte Tools organisiert, ist interessant und bestechend zugleich, zeigt sie doch - als eine Stimme der Digital Fully Natives - dass die Digitale Transformation viel bedeutet - und doch wenig zugleich - Am Ende geht es um die persönlichen Werte, so oder so.


- 9. September 2013, Christoph von Gamm

Digital Natives und Digitale Transformation

von Thomas Z d y c h, August 2013

Neuigkeiten, Anrufe oder Nachrichten auf dem Handy oder Laptop – heutzutage ist  dieser Austausch fast selbstverständlich. Doch wenn man nur ein paar Jahrzehnte zurück denkt, war dieses Medium noch nicht verfügbar und die Menschen mussten anderweitig – zum Beispiel mit Telefon und Telegramm - kommunizieren, oder sich eben persönlich treffen.  Die Möglichkeit, Informationen und Mitteilungen zwischen zwei  Menschen, die sich an unterschiedlichen Orten befinden zu übertragen, bietet eine komplett neue Ansicht auf den Begriff der Realität. Ist diese Nutzung von digitalen Geräten nun eine Abwandlung der Realität – eventuell eine neue Realität - oder projiziert sie diese nur bei den Kommunikationspartnern jeweils für sich ablaufende Wirklichkeit auf dem Gegenüber. Die Unterscheidung zwischen der Realität, die ohne digitale Datenträger existiert und der Realität, die gleichzeitig in unser Alltagsleben mit einfliesst gestaltet sich als problematisch. Unser Gehirn nimmt die Eindrücke unserer Umgebung auf – kann dabei aber nicht von Musik, die aus dem Radio kommt oder natürliches Vogelgezwitscher unterscheiden. Beide Einwirkungen sind mit den Sinnen wahrnehmbar. Kompliziert wird es, weil genau die selben Emotionen wie Trauer, Freude oder jegliche andere Gefühle freigesetzt werden, die aber nur durch ein anderes Medium bedingt sind  –  die digitale Transformation ermöglicht es, die Realität abzubilden, aber auch zu verfälschen, da sich das wahre Leben nicht in der Technologie des Handys abspielt.

Realität, was ist das eigentlich?

Von der analogen zur digitalen Realität: Der Begriff der Realität zeichnet sich in meinen Augen durch die Abbildung der Welt ohne die menschgemachten Eingriffe aus – Die Eindrücke die auf mich wirken, sind nur dann reell, wenn man etwas unvoreingenommen betrachten oder beobachten kann, diese sollten jedoch  ohne jegliche Abweichung der eigenen Empfindungen ausgedrückt werden. Träume hingegen bieten eine Abbildung der persönlichen Erlebnisse, die man – je nach Stimmung und Gefühlslage -  unbewusst verarbeitet. Die erlebten Eindrücke werden rekapituliert und weitergeführt und es kommt zu Gedanken, die sich auf die Handlungen auswirken -  seien es positive oder negative Folgen.

Digitale Transformation in der Schule

Im akademischen Bereich werden die Auswirkungen der digitalen Transformation sichtbar. Durch die  Ablenkung von Handys und anderen elektronischen Geräten, mit denen man hauptsächlich den Kontakt mit anderen Menschen pflegt, kommt es zu einer Konzentrationsschwäche und darausfolgend zur Unaufmerksamkeit  - das ständige Schreiben und Onlinesein fördert nicht gerade die Aufnahmefähigkeit für den Gedanken – Die Versuchung nach dem Handy und den sozialen Kontakten ist gross, wenn man nur ein paar Klicks braucht, um teilweise in die Realität anderer Menschen zu schauen. Bei Situationen wie zum Beispiel Langeweile, Desinteresse oder Tatenlosigkeit bieten die mobilen Geräte einen reizenden und beschäftigenden Zeitvertreib. Den verpassten Lernstoff muss man bzw. sollte man – oder auch nicht – zu Hause nachholen, um Lücken und Defizite zu vermeiden. Der Aufwand wird grösser, wenn man sich zu anderen Sachen verleiten lässt, die man eigentlich danach erledigen kann.


Powerpoint Präsentationen oder das Whiteboard findet man mittlerweile so gut wie in jedem Klassenzimmer oder Saal. Die verbesserte Anschaulichkeit durch die digitale Darstellung von Referaten und sonstigen Arbeiten wirkt sich positiv auf die Aufmerksamkeit des Publikums aus, da man sich in das Thema eingebunden fühlt und auch die Gedankenführung und das Konzept leichter nachverfolgen kann. Die Gefahr besteht an dieser Stelle, dass der Stoff nur projiziert wird um professioneller zu wirken, der eigentliche Inhalt beziehungsweise die Darstellungsweise und der Vortrag an sich eher in den Hintergrund geraten. Dies ist ein häufiger Fehler bei Vorlesungen, da die Informationen zwar klar gegliedert und überschaubar sind, aber wenn die Darbietung kein Interesse weckt, hat man wenig Motivation und den fehlenden Anreiz, sich die Erläuterungen selber durchzulesen. Die persönliche Komponente der Aufnahmefähigkeit durch den häufigen Überfluss an Informationen sinkt dadurch, da der Einfluss meist nicht nutzbringend zu sein scheint. Andererseits können diese variierten Darstellungsmöglichkeiten einen positiven Effekt auf den Zuhörer haben. Durch die Verbildlichung und die Digitalisierung werden mehr Sinnesorgane zum Registrieren und Erfassen angeregt werden und dementsprechend kommt es zu einem nachhaltigerem Ergebnis. Dieses wirkt sich zukunftsträchtig auf die eigene Entwicklung aus.   

Das digitale Leben

Man wird im täglichen Leben von allen Sachen beeinflusst, die man mit den Sinneswahrnehmungen registriert. So ist es auch mit den mobilen Geräten – sie haben eine kurzfristige oder längerfristige Wirkung auf unsere Empfindungen und Eindrücke. Mit diesen innovativen Möglichkeiten erweitert sich der Horizont, da man mehr Informationen zur Verfügung hat, die eben nicht mit unserer Wahrnehmung erfasst  werden könnten. Gleichzeitig heisst es, dass wir – eben genau durch diese Informationsbeschaffung und den Andrang an neuen Nachrichten – mehr Zeit brauchen, um uns diese zu verinnerlichen und dementsprechend zu verarbeiten. Es in vielen Lebensbereichen praktischer  den unbeschränkten Zugriff auf die digitalen Medien zu haben, da man sich sicherer fühlt, wenn man zum Beispiel weiss, dass der Flug Verspätung hat oder man immer erreichbar ist, falls etwas kurzfristig verschoben oder ausfallen sollte. Die persönliche Komponente die hier mitspielt ist die steigende Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, da man immer auf dem aktuellen Stand der Dinge ist. Zudem kommt der Aspekt der Multikulturalität hinzu – Jeder ist mit jedem und allem verbunden und verknüpft, somit liegt der Austausch zwischen mehreren Parteien nahe. Durch Diskussionen und verschiedenen Standpunkten und Ansichten kann es zu einem vielfältigeren und lukrativeren Ergebnis kommen.  Aber was ist, wenn dieser Bestandteil auf einmal fehlt, das Handy plötzlich kaputt ist? Eben genau durch dieses ständige up to date sein, wird das Gefühl der Essenz der mobilen Geräte verstärkt. Bei einem Verlust dieser Routine kommt es zu einer ungewohnten Situation und man redet sich selber ein, dass man diesen Austausch oder Benutzung bestimmter Geräte braucht. In den sozialen Netzwerken wird dies durch Gruppen, wie zum Beispiel „Losing my MobilePhone is worse than losing my virginity“  gut zum Ausdruck gebracht.

Die mobilen Geräte gewinnen immer mehr an Priorität und nehmen immer mehr Platz, hier,  in der Teenagerwelt ein. Nervosität und Beunruhigung sind meistens die Folge dessen, wenn man den täglichen und intensiven Umgang mit diesen Geräten pflegt.  Man fühlt sich nicht mehr gegenwartsnah und denkt, dass man den Anschluss verliert – Man sollte sich hierbei die Frage der Brauchbarkeit stellen. Ist es notwendig, ob man weiss, was ein guter Freund gerade macht oder kann man auf diese Mitteilungen verzichten? Nach meiner Ansicht  ist es praktisch, immer die Möglichkeit zu haben zu sehen was Freunde oder andere Leute machen, da man natürlich interessiert ist, ob es irgendwelche spannenden Neuigkeiten oder bewegende Erlebnisse gibt. Der Anreiz liegt darin, dass der Mensch bestimmte Gedanken teilen möchte, um Aussenstehende Teil haben zu lassen und eben auch von seinem Leben zu berichten. Bei mobilen Dialogen, die auf der Kommunikation basieren, kann es durch den eingeschränkten schriftlichen Austausch zu Missverständnissen kommen, die im persönlichen Dialog aufgrund des Tonfalls oder der Betonung vermeidet werden können.

Der Sinn der beiden Parteien, sowohl des Empfängers als auch des Senders ist eher die Unterhaltung und der Meinungsaustausch beziehungsweise die Kundgebung des Gemütszustandes. Anders ist es bei Marktführern oder bestimmten Konzernen, die gezielt die Denkweise und die Handlungen des Verbrauchers steuern wollen. Man muss sich dessen bewusst sein, dass diese Firmen auf den eigenen Profit hinaus wollen und ihre Ware als bestmögliche verkaufen wollen -  aber mit einer bestimmten Sympathie, um angebliches Vertrauen und Sicherheit zu schaffen – um den Kunden zufrieden zu stellen und Erfolgserlebnisse zu garantieren. Viele lassen sich auf dieses Angebot ein, merken dabei aber nicht, dass sie nur als Mittel zum Zweck genutzt werden, da jedem das eigene Wohl am wichtigsten ist.

Werbung

Werbung ist ein bedeutender und essentieller Teil der Marketingbranche – hier werden die neuesten Produkte und Ideen vorgestellt und publiziert. Die Absicht dabei ist, so viele Menschen anzusprechen und aufmerksam zu machen, um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Es werden bewusste Zielgruppen angesprochen – mit bestimmten Schwächen und Defiziten, aber auch Wünschen – um dem potentiellen Käufer das Gefühl zu vermitteln, dass er genau diese Ware braucht. Es wird mit der Versuchung und dem Verstand gespielt. Man denkt sich als Konsument oft, dass man diese Gebrauchsgüter zwar schon hat, aber dass es schliesslich immer noch besser geht – um auch in der Gesellschaft oder bei Freunden oder für sein eigenes Selbstwertgefühl zufrieden gestellt zu werden. Alleine in dem täglichen Umgang mit den Medien wird ersichtlich, wie stark  uns  die Marktbeeinflussung betrifft -  Banner auf Internetseiten replizieren die vorher besuchten Websiten und weisen nochmals darauf hin, an was wir interessiert sind bzw. waren.  Unbewusst nimmt unser Gehirn diese Informationen auf und man denkt eventuell ein zweites Mal darüber nach und entscheidet sich dann erst zum Kauf.

Zukunft – wie geht es weiter?

In unserem heutigen modernisierten Zeitalter wird es immer wichtiger für das Berufs-, Gesellschafts- und Zukunftsleben den Umgang mit der Technologie weiter nachzugehen und zu verfolgen. Der Fortschritt und die innovativen Ideen werden in vielen Bereichen ihre Wirkung zeigen. Das bedeutet für die breite Masse eine Umstrukturierung in der Lebensweise, da nun mehr und mehr der Fokus auf die Technologie gesetzt wird und somit andere Bereiche damit verbunden werden oder eben auch aus dem Mittelpunkt gedrängt werden. Das individuelle Leben wird sich dementsprechend auch verändern – es kommt zur einer immer stärkeren Säkularisierung zwischen den Menschen, die fortschrittlich bedient sind mit den neuesten Technologien und den Menschen, die – hart gesagt – für ihr tägliches Brot leiden und kämpfen müssen. Der Nutzen beziehungsweise der Sinn dieser Geräte ist nicht essentiell für das Weiterleben oder die Fortpflanzung, da man eher ohne Handy überlebt als ein paar Tage ohne Wasser oder Lebensmittel. Hinzu kommt, dass durch die digitale Transformation der Kampf der Machtausübung verstärkt wird, da ein bahnbrechender Fortschritt in der Technologie sich auf die finanziellen Mittel auswirkt und dies eine gute Grundlage ist, um Menschen zu unterdrücken oder sie in eine gewünschte Richtung zu lenken.  Außerdem kommt es vermehrt auch zu medizinischen und ethnischen Bedenken und Zweifel, da die Versuchung nahe liegt – aus rein kommerzieller Sicht – den Menschen immer weiter zu perfektionieren. Dies spiegelt sich zum Beispiel in der Population wider – Das Durchschnittsalter der Erdbevölkerung steigt stetig – wer weiss wohin die immer weitere Vollkommenheit hinführt?

Abschliessend sehe ich klar, dass der Umgang mit digitalen Medien seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das heisst die Umstellung nach und nach wird sich in das Leben eingliedern und die Allgemeinheit wird sich an diesen Wandel anpassen. Die ganze Technik ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da die nachkommenden Generationen mit den eigenen Sinnen die Welt erfahren sollen – und nicht zu viel auf elektronischen Geräten tippen sollten. Der Aspekt der Erziehung und der eigenen Erfahrungen sammeln steht für mich hier im Vordergrund, da sich jeder seine eigene Welt schafft. Und so auch ich.